Es waren acht Frauen und sieben Männer die sich im Jahr 1919 unter der Leitung des damaligen Lehrers „Arno Rostock“ zusammenfanden und einen Gemischten Chor in Wünschensuhl gründeten. Ein Gemischter Chor war 1919 in Dörfern eine Ausnahme und so können wir leider nicht auf Vereinsunterlagen oder eine Gründungsurkunde zurückgreifen. In kirchlichen Aufzeichnungen kann man nachlesen, dass der Gemischte Chor Wünschensuhl seinen ersten öffentlichen Auftritt am 27. Juli 1919 hatte. Er sang für soziale Zwecke, anlässlich eines Unterhaltungsabends der vom Frauenverein Wünschensuhl organisiert wurde. In den „Heimatglocken“, einer Beilage zur Kirchenzeitung „Glaube und Heimat“ wurde über diese Veranstaltung berichtet und man konnte lesen: „Hier trat auch zum ersten Mal ein zu diesem Abend von Lehrer Rostock gegründeter gemischter Chor auf, der sich seiner Aufgabe in wirklich vorzüglicher Weise entledigte.“ Im Jahr 1920 wurde dann die Gründung des Gemischten Chores Wünschensuhl, wahrscheinlich als Sängerfest mit anderen Chören, im Schabig, einem Festplatz am Waldrand, gefeiert.
Die Jahre nach der Gründung waren von vielfältigen Aktivitäten geprägt. So umrahmte der Gemischte Chor unter Leitung von Bernhard Platzdasch am 18.05.1924 die Feier der Fahnenweihe des Turnvereins Wünschensuhl. Am 18.03.1927 fanden Trauerfeiern an den Kriegsdenkmalen unter Mitwirkung der Gesangvereine (Männerchöre), der Kirchenchöre (welche aus Schulkinder bestanden), in Wünschensuhl auch des gemischten Chores statt. Zu dieser Zeit gab es in Wünschensuhl drei Chöre. 1935 wurde dem Chor die Mitgliedschaft im Verband evangelischer Kirchenchöre bestätigt mit der Berechtigung für musizierende öffentliche Auftritte. Der Organist Willy Schrön aus Fernbreitenbach übernahm 1938 auch als Dirigent die Kirchenchöre im Kirchspiel Fernbreitenbach. Anlässlich des Bachjahres 1950 organisierte er in den Kirchen Wünschensuhl, Herda und Fernbreitenbachin im Advent eine Musikalische Feierstunde mit den drei Kirchenchören und dem Organist Karl August Hartung aus Gerstungen. Nach seinem Tod 1973 wurde Norbert Wagner, Schüler von Willi Schrön, bis heute sein Nachfolger.